Es wird kaum einen Menschen geben, der keine Sonnenaufgänge oder Sonnenuntergänge mag. Versuchst Du einen solchen zu fotografieren, ergeben sich oft ungeahnte Probleme. Der Grund ist jedem klar: Gegenlicht! Wo da jetzt genau das Problem liegt und was Du tun kannst, um trotzdem schöne Bilder zu machen, das erzähle ich Dir in meinem heutigen Quicktipp.

Der Dynamikumfang als Problem

Warum es schwieriger ist ein Foto mit Gegenlicht zu machen, als eines ohne, liegt im Fachbegriff des „Dynamikumfanges“ begründet. Jetzt ist mir klar, dass ein Wort alleine keine Begründung darstellt, deswegen versuche ich es Dir kurz und einfach zu erklären.

Eine Fotokamera funtkioniert nicht wie das menschliche Auge. Auf jedem Sensor einer Kamera sind millionen kleine Pixel angebracht, die nichts anderes können als für sich Helligkeit und Farbe zu erkennen. Die Farbgebung lasse ich hier außen vor. So besimmt jedes einzelne Pixel die Helligkeit seines im Bild befindlichen Punktes. Diese vielen Pixel zusammen ergeben dann das fertige Bild.

Bei Gegenlichtfotos besteht nun das Problem, dass viele helle und viele dunkle Bildpunkte gleichzeitig in einem Bild wiedergegeben werden müssen. Und das können Kameras nicht so gut, wie unser menschliches Auge. Selbst das gerät an Grenzen, wenn Du gegen das Licht schaust. Die maximal Range zischen hellen und dunklen Bereichen im Bild, schimpft sich „Dynamikumfang“. Ist der Dynamikumfang des Motivs größer, als Deine Kamera abbilden kann, nützt es alles nichts: Du brauchst ein paar Tricks!

Kurz und knapp: Die Varianten im Überblick

 

  1. Entscheide Dich!

Die erste Möglichkeit, die Du hast, ist Dich zwischen den sehr hellen oder den sehr dunklen Bildbereichen zu entscheiden. Tatsächlich ist das die Variante, die die meisten Menschen unbewusst wählen. Wenn Du mit Deinem Smartphone in die Sonne fotografierst und auf dem Display den Fokuspunkt wählst, siehst Du, dass das Handy automatisch entscheidet, welcher Teil hell und welcher Teil dunkel dargestellt wird. Ich empfehle hier immer, das Bild eher dunkler darstellen zu lassen, also auf die hellen Bereiche im Bild zu fokussieren. So wird das Foto nicht perfekt, bleibt aber eine schöne Erinnerung. 

2. Entwickle Dein Foto in der Nachbearbeitung

Die zweite Variante, die Dir zur Verfügung steht, ist die Nachbearbeitung. Wie Du unten siehst, kannst Du hier die hellen Bildbereiche ein bisschen abdunkeln und die dunklen Bildbereiche etwas aufhellen. Voraussetzung für das Gelingen dieser Methode ist es, dass kein Bildbereich unterbelichtet bzw. überbelichtet ist. Sind keine Strukturen mehr im Bild vorhanden, kannst Du sie mit dieser Methode auch nicht mehr sichtbar machen. Übrigens: Du musst keine teuren Programme kaufen, um das hinzubekommen. Es gibt einige sehr gute kostenlose Alternativen. Beachte dazu meinen Tipp zum „Weiterlesen“ am Ende des Artikels. 

3. HDR-Foto

„HDR“ bedeutet so viel wie „High-Dynamic-Range“ und ist eine Option, die die meisten modernen Kameras anbieten, um den Dynamikumfang zu erhöhen. Die Kamera nimmt dabei mehrere Belichtungen auf und rechnet anschließend das Bild zusammen.  Es wird also bewusst ein Bild unterbelichtet, eines überbelichtet und eines normal belichtet. Manchmal bestehen HDR sogar aus 5, 7 oder noch mehr Bildern. So wird sichergestellt, dass alle Bildbereiche Struktur haben und nicht ausfressen bzw. schwarz werden. 

Das kannst Du auch manuell mit Deiner Kamera machen. So kannst Du mithilfe von spezieller Software die Bilder am Computer zusammenrechnen lassen. Oft ist die Farbgebung bei dieser Methode etwas stark, was ich persönlich als Nachteil empfinde. In der Nachbearbeitung kann das allerdings gut kontrolliert werden.

Es gibt viele Fotografen, gerade im Landschaftsbereich, die auf diese Methode schwören. Ich persönliche bevorzuge die nächste Variante, wenn ich mit der Variante 2 nicht mehr klarkomme.

HDR

Dieses ist ein Beispiel für ein HDR, das ich am Computer mittels Lightroom zusammengesetzt habe. Bewusst habe ich es hier so extrem gelassen, wie es mir durch die Software berechnet wurde. Die Farben wirken teilweise unnatürlich, aber die Belichtung ist korrekt. 

Es ist eine Frage des Geschmacks, ob Du das magst, oder nicht. Aber es macht auf jeden Fall Spaß damit zu experimentieren. Übrigens: Die unterschiedlichen Belichtungen habe ich manuell erstellt. 

4. Verlaufsfilter

Eine „mechanische“ Möglichkeit ein Bild mit Gegenlicht zu optimieren, ist die Möglichkeit des Einsatzes eines Verlaufsfilters. Das sind letztendlich nichts anderes als kleine Glasscheiben, die vor der Linse befestigt werden und einen bestimmten Bildbereich (im Optimalfall den hellen) abdunkeln. Du kannst es Dir als „partielle Sonnenbrille“ vorstellen. Dazu ist die Stärke der Abdunklung von oben nach unten abnehmend. 

Dieses System gibt es als Schraubfilter, die vor der Linse in die Objektivfassung eingeschraubt werden können, oder als Steckfilter. Für letzteres ist ein Halterungssystems nötig. Auch hier ist es wieder Geschmackssache, für was man sich entscheidet.

Auf jeden Fall bietet diese Variante eine gute Möglichkeit mit nur einer Belichtung gleichzeitig helle und dunkle Bildbereiche abzulichten. Ich benutze diese Methode oft, denn gerade aus der ambitionierten Landschaftsfotografie sind Verlaufsfilter für mich nicht wegzudenken. Stephan Wiesner sieht das allerdings anders, wie Du in seinem Blog nachlesen kannst. 

Für was Du Dich auch immer entscheidest…

 

… Hauptsache Du hast Spaß an der Fotografie und an dem, was Du tust. Es gibt einige Fotografen, die auf die immer besser werdende HDR-Technik schwören. Ich versuche meistens ohne Belichtungsreihen auszukommen und vor Ort in einer Belichtung ein Foto zu bekommen, wie ich es mir vorstelle. Dabei belichte ich im Zweifel immer etwas zu dunkel, da es leichter ist in der Entwicklung dunkle Bildbereiche wieder aufzuhellen, als zu helle abzudunkeln. Wenn Du das also bei der Aufnahme für Dich schon im Hinterkopf hast, gelingt das nächste Gegenlichtfoto garantiert!

Schön, dass Du hier bist!

Weiterlesen

https://www.fotofreak.ch/2017/09/25/kostenlose-bildbearbeitungsprogramme-fuer-hobby-fotografen/

https://www.matthiashaltenhof.de/tutorials/grauverlaufsfilter/

https://www.stephanwiesner.de/blog/grauverlaufsfilter-landschaftsfotografie/

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