Heute bekommst Du von mir einen Quicktipp geliefert. Und keine Sorge: Dieses Mal bleibt es bei einem Quicktipp. Du bist also schnell fertig mit dem Lesen und machst hinterher trotzdem bessere Bilder, wenn Du den Tipp beherzigst. Und das auch, wenn Du „nur“ mit dem Smartphone fotografieren solltest.

Bildgestaltung – gegen jede Regel

Es gibt ein paar wichtige Regeln der Bildgestaltung. Ich finde, Du solltest die gängigsten Regeln kennen und dann bewusst gegen ebenjene verstoßen, wenn es Sinn macht. Ich möchte heute nicht auf alles eingehen. Sicherlich hast Du schon mal was vom goldenen Schnitt gehört. Und nein, dieser hat nichts mit einem perfekt ausgestochenen Weihnachtskeks zu tun. Vielmehr handelt es sich hierbei um den Ort in einem Bild, in dem man sein Motiv in die rechte Position rücken kann.

Aber heute erzähle ich Dir nichts vom goldenen Schnitt oder der Drittelregel. Am Ende des Artikels findest Du einen Tipp zum weiterlesen, falls Du mehr darüber erfahren möchtest. Heute geht es um das wichtigste Element der Bildgestaltung, wenn Du mich fragst. Und das tust Du ja, sonst würdest Du hier schon nicht mehr lesen. Vielen Dank dafür, mal so zwischendurch. So viel Durchhaltevermögen hat nicht jeder! Wo war ich? Ach ja, die wichtigste Regel der Bildgestaltung: Der Vordergrund!

Ich möchte es Dir provokativ und plakativ direkt ins Gesicht schreiben: Suche Dir irgendeinen Vordergrund, bevor Du keinen Vordergrund im Bild hast. Klingt komisch? Ist aber so.

Warum ist ein Vordergrund so wichtig?

Genau genommen ist jedes Foto eine Gestaltung aus Vorder-, Mittel und Hintergrund. Den Mittelgrund und Hintergrund thematisiere ich jetzt nicht. Das machen die meisten Menschen intuitiv richtig. In der Landschaftsfotografie ist der Mittelgrund oft eine Grünfläche oder ein Gewässer. Der Hintergrund sind dann Berge, Horizont und Himmel. Es fehlt oft der Vordergrund.

Durch einen Vordergrund aber bekommt Dein Bild Tiefe. Es wird plastisch, der Betrachter kann in etwa die Entfernungen, die Weite und Dein Gefühl vor Ort nachempfinden. Fehlt der Vordergrund, so dass Dein Bild mit einem weiten Mittelgrund beginnt, fehlt auch dieses Empfinden der Tiefe im Bild.

Was eignet sich als Vordergrund?

Am Besten eignen sich Linien. Du musst jetzt keine Kreidestriche in die Landschaft zeichnen. Aber im Zweifel würde sogar das funktionieren. Ich nehme gerne Baumstämme, die ich diagonal vom unteren linken Bildrand kommen lasse. Im Zweifel muss ich einen Stamm im Wald suchen und in das Bild drapieren, bis es mir gefällt. Der Betrachter wird durch diese Linie im Vordergrund durch das Bild geführt. Achte mal drauf, von wo aus Du als erstes ein Bild betrachtest. Du fängst links an, weil Du auch beim Lesen links anfängst. Auf diese Weise nimmst Du die Betrachter Deiner Bilder mit auf eine wundersame Reise durch Dein Foto.

Es eignen sich aber darüber hinaus auch Steine, Muscheln, Tannenzapfen, Wege usw. als Vordergrund. Eigentlich nahezu alles, was Du in der Natur findest. Im Optimalfall bildest Du immer Linien. Vertikale Linien wirken dynamisch, horizontale Linien wirken beruhigend. Überlege Dir beim Fotografieren, welche Wirkung Du erzeugen willst und wo die Reise Deines Betrachters beginnen und enden soll.

Auf geht’s!

Du kannst Dir diese Gestaltungsregel bei nahezu jeder Landschaftsfotografie zunutze machen. Mindestens da, wo Du Weite erzeugen willst. Also z.B bei einer schönen Berglandschaft, auch wenn Du das Meer oder aber eine tolle Weide fotografieren willst. Du hast sicher schon oft Dein Smartphone gezückt und ein Foto einer tollen Landschaft in einer tollen Lichtstimmung gemacht. Suche Dir ab sofort immer einen Vordergrund, und Du wirst erstaunte Lobeshymnen für Deine Bilder ernten! Und erst wenn Du es häufig genug ausprobiert hast, wirst Du ein tolles Gefühl dafür bekommen, wo es Sinn macht auf diese Regel bewusst zu verzichten.

Schön, dass Du hier bist!

Weiterlesen:

Zwei übersichtliche Artikel zur Drittelregel und zum goldenen Schnitt findest Du hier:

https://schachtfotografie.wordpress.com/tipps-und-tricks/bildgestaltung/der-goldene-schnitt-und-die-drittel-regel/

https://www.kleine-fotoschule.de/bildgestaltung/drittel-regel.html

Hier geht`s zu weiteren Artkeln von mir:

https://svenbunk-fotografie.de/das-macht-man-aber-nicht

https://svenbunk-fotografie.de/urlaub-fuer-die-seele

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen