Was hat „Traue Dich mal was“ mit Fotografie zu tun, wirst Du Dich vielleicht gerade fragen. Weiß ich auch noch nicht. Aber im Laufe dieses kurzen Artikels werden wir uns das schon gemeinsam erarbeiten.

Wie Du bessere Bilder mit Wasser machen kannst

Das ging jetzt schnell. Die Brücke zu einem großen Teil meiner Bilder habe ich schon geschlagen: Ich stehe relativ oft mit meiner Kamera und meinem Stativ in Seen, Meeren und Flüssen rum, um zu fotografieren. Die nassen Füße sind dabei nicht nur Selbstzweck, das gebe ich zu. Aber ein bisschen mache ich es auch gerade deswegen. Aber vor allem bekomme ich dadurch eine eindrucksvolle Bildwirkung. Als Betrachter hat man oft das Gefühl, man wäre regelrecht in dem Bild. Probiere es mal aus, bei Deinem nächsten Wasserbild. Egal, ob Du mit einem Smartphone oder einer Kamera fotografierst. Nimm den Strand aus dem Bild, suche Dir einen Stein oder einen Ast als Vordergrund im Wasser und schieße Dein Bild. Hinterher wirst Du beim Betrachten feststellen, dass Du förmlich in das Bild hineingesogen wirst. Mache gerne ein Vergleichsbild mit Strand und beobachte, wie sich das Betrachten dieses Bildes anfühlt. Es wirkt abgegrenzt, ohne diese Sogwirkung und im Vergleich deutlich weniger dynamisch.

Wenn Du nicht so lange warten willst, habe ich für Dich zwei Vergleichsbilder bereitgestellt. Siehe sie Dir gerne an und achte nicht unbedingt auf die Unterschiedlichkeit der Motive und des Lichtes. Versuche kurze Zeit nur die Komposition auf Dich wirken zu lassen. 

 

Ups… Hier ist mir ein Bild reingerutscht, das nur Strand zeigt. Das wollte ich nicht. Da Bild ist auch schon älter, so wie das nun folgende „Strandbeispiel“ im „Strand-Nichtstrand-Vergleich“. Entschuldige meinen Fopa, ich meine Fohpaa,Fooopax also: Entschuldige meinen Fehler! 

Und? Bei dem zweiten Bild hast Du doch jetzt auch schon fast die nassen Füße spüren können, oder? Wenn nicht, helfe ich Dir textlich noch mal kurz auf die Sprünge.

Ein paar nasse Füße sind das schon wert

Ich beschwere mich oft im Leben über dieses komische Gefühl, wenn ich Wasser im Schuh habe. Das kennst Du bestimmt noch aus Deiner Kindheit. Ich erkläre Dir kurz einen für mich typischen Ausflug in die Ostsee.

Mit meiner großen Aufmerksamkeit bemerke ich plötzlich die kleine Ostsee zu meiner Rechten und entdecke einen Fotospot, wie den obigen. Ich benötige einen Vordergrund und möchte den Strand bzw. das Ufer aus dem Bild haben, so dass mir sofort klar ist, bei den Steinformationen muss ich ein Stück in die Ostsee hinein. Ich versuche zunächst über die kleinen Steinchen in Ufernähe zu balancieren, trete hier und da schon mal daneben und stehe plötzlich mit einem Fuß im Wasser. Langsam bahnt sich das Wasser seinen Weg. Zunächst freue ich mich noch über die unfassbare Qualität meiner Schuhe, weil nach Sekunden noch immer keine Feuchtigkeit durchgedrungen ist. Dieser Freude folgt die Ernüchterung ob des ersten Kontaktes des Fußes mit dem Nass. Langsam werden die Zehenspitzen zunächst feucht, dann nass und anschließend kalt. Der in den Schuhen befindliche Socken saugt sich nun nach der anfänglichen Verzögerung mit Lichtgeschwindigkeit voll mit Salzwasser und umhüllt den Fuß so mit einer Eiseskälte (wir reden hier immer vom Winter, nicht vom Sommer. Das kann ja jeder!).

Wenn der Schmerz nachlässt

Nach kurzer Zeit beginnt der Körper sich an die Kälte zu gewöhnen. Darüber hinaus wird das Wasser langsam angewärmt. Jetzt mache ich den nächsten Schritt in die Ostsee, dieses Mal mit beiden Füßen. Das Spiel beginnt von neuem. Und ehe ich mich versehe, ist es mir eh egal und ich beende meinen kläglichen Versuch um die nassen Füße herumzukommen. Mit Begeisterung stehe ich bis über die Knöchel nun im Wasser und beginne zu fotografieren. Und das schönste Gefühl ist es sowieso, wenn nach ein paar Stunden die Kälte nachlässt und der Schuh mit Socken und Füßen langsam trocknet. Unvergleichlich! Oft höre ich, wenn ich über meine Erlebnisse „klage“, dass ich doch Gummistiefel anziehen könne. Ich könne ebensogut eine Anglerhose anziehen oder weitere Maßnahmen ergreifen. Aber worüber soll ich mich dann noch beschweren? Und welche Geschichten könnte ich noch erzählen? Darüber hinaus gibt es Menschen, die zum Kneippen extra Kuren für teures Geld buchen, um sich dann sechs Monate mit der Krankenkasse über Kostenübernahmen zu streiten. Kauf Dir dafür lieber einen Fotoapparat!

Tue Dinge, die „man nicht tut“ – einfach so!

Das Leben beginnt, wo die Komfortzone endet. Davon bin ich nach wie vor überzeugt. Traue Dich mal was und mache die Dinge zum Selbstzweck. Erzähle Deine Erlebnisse anschließend den Menschen und beobachte was passiert. Du wirst mit großen Augen angeschaut, ein bisschen für verrückt erklärt und Du bekommst gute Ratschläge eben diese Dinge doch verhindern zu können. Kurz: Es wird Dir  Neid entgegengebracht, weil diese Menschen sich das niemals trauen würden. Denke immer daran, wenn Dir jemand sagt, dass etwas nicht geht: Es sind seine Grenzen, nicht Deine. Es ist so schön mal seine eigenen Grenzen auszuloten und mit den meistens geringeren Grenzen anderer zu vergleichen. Das macht Dich nicht arrogant oder überheblich, aber es führt im Zweifel dazu, dass Du wunderschöne Bilder machst. Und glaube mir: Hinterher fühlst Du Dich immer besser!

Sowas kann, oft wiederholt, sogar richtig glücklich machen. Nasse Füße und Glück hängen also zweifelsohne zusammen. So sehr, dass ich mich manchmal frage, ob man mit trockenen Füßen überhaupt glücklich sein kann? Aber keine Sorge, Du kannst auch andere Hobbys für Dich entdecken, „die man nicht tut“. Im Prinzip all das, was Dir Spaß macht und niemandem schadet. Und große Augen anwesender Personen gelten meines Wissens nicht als Beeinträchtigung. Also traue Dich mal was! Und zum Schluss möchte ich Dir eine weitere Weisheit mit auf den Weg geben: „Alle sagten, das geht nicht. Und dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht!“

Schön, dass Du hier bist!

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Wie man wunderschöne Bildkompositionen hinbekommt, erfährst Du in diesem tollen Artikel von Matthias Haltenhof:

https://www.matthiashaltenhof.de/blog/bildkomposition/    

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