Heute gibt es einen Tipp zum Thema Stative. Ich werde Dir erklären, warum jeder ambitionierte Fotograf – ob Profi oder Hobbybelichter – ein solches Gerät unbedingt benötigt. Heute auch mal klassisch für einen „normalen“ Fotoblog , werde ich Dir kurz erläutern, in welchen Situationen Du auf keinen Fall auf ein Stativ verzichten solltest. 

 

„Warum soll ich so ein schweres Teil mit mir rumschleppen?“

Ganz einfach: Weil Du es brauchst! Besonders in der Landschaftsfotografie kommst Du um ein Stativ nicht herum. Wie oft höre ich Fotografen unter ihrer Last ächzen. Erst später bemerke ich, dass ich das selbst bin. Aber das Jammern und Meckern, das sind die Anderen. Ich schwöre! „Ich schleppe doch nicht so ein Teil die ganze Zeit mit. Ich kann gute Bilder auch ohne Stativ machen“. Klar kannst Du das. Aber bestimmte Bilder lassen sich eben nicht umsetzen.

Das obige Foto zum Beispiel habe ich natürlich mit einem Stativ gemacht. An diesem Tag war das Licht eine Katastrophe, so dass ich mit Perspektive und Bewegungsunschärfe spielen musste, um überhaupt irgendwas zustande zu bringen. Selbst ein Biathlet hätte bei der Belichtungszeit ohne Hilfsmittel kein scharfes Foto mehr zustande bekommen. 

Hier siehst Du das „Making-Of“ des Bildes. Meine Kamera hing nahe über dem Boden, der Wellengang ist deutlich sichtbar. Mit einer längeren Belichtungszeit kann ich das Wasser verwischen lassen. Der Himmel bekommt zeitgleich ein bisschen Farbe und verwischt ebenfalls. Ein Foto, das ohne Stativ niemals zustande gekommen wäre.

Kurze Anekdote am Rande

Die Muscheln, die vor dem Baumstamm liegen, habe ich in mühevoller Kleinarbeit selbst arrangiert, damit das Foto eine gewisse Tiefe und ein Motiv bekommt. Dazu lief ich ein paar Meter den Strand entlang und sammelte mir die schönsten Exemplare zusammen. Leider kamen einige Wellen (das war so beabsichtigt) durch den Ast im Wasser durch und spülten mir die Muscheln permanent zurück ins Meer. Ich begann also wieder von vorne zu sammeln und zu drapieren. Am Ende war ein kompletter Strandabschnitt von mehreren Kilometern komplett von Muscheln befreit. 

Exkurs – Belichtungszeit

Bei den meisten Kameras lässt sich heutzutage die Belichtungszeit manuell wählen. Selbst aktuelle Smaprtphones bieten diese Option überwiegend an. Die Belichtungszeit gibt die Zeit an, die ein Foto belichtet wird. Hinter dem Objektiv einer Kamera befindet sich ein Sensor. Dieser Sensor nimmt das Licht auf und entscheidet somit über die korrekte Belichtung eines Bildes. Belichtet man zu lange, ist das Bild viel zu hell. Man erkennt dann keine Strukturen mehr und sieht eigentlich nur noch weiß. Das Foto ist „überbelichtet“. Belichtet man zu kurz, bleibt das Bild dunkel oder sogar schwarz – das Foto ist „unterbelichtet“.

Du kannst Dir die Belichtungszeit vorstellen, wie eine Flasche, die Du exakt bis zur Hälfte mit Wasser füllen musst. Ist zu viel Wasser in der Flasche, ist das Bild überbelichtet und unbrauchbar. Ist zu wenig drin, wird das Bild zu dunkel oder sogar schwarz. 

Wenn Du nun Dein Gefäß unter einen stark fließenden Wasserhahn hältst, musst Du den Deckel der Flasche nur kurz öffnen, um sie bis zur Hälfte mit Wasser zu füllen. Bist Du aber draußen im Regen, wo nur wenig Wasser konzentriert auf den Flaschenhals trifft, brauchst Du sehr lange, bis die gewünschte Füllmenge erreicht ist. 

So ist es auch mit dem Licht und dem Sensor. Ist es draußen hell, weil die Sonne knallt, muss nur sehr kurze Zeit Licht auf den Sensor treffen, um ein korrekt belichtetes Foto zu erhalten. Ist es aber bereits Nacht oder fotografierst Du im Haus bei wenig Licht, musst Du viel länger belichten, bis das Foto hell genug wird.

Damit ist die Belichtung eines Bildes sehr vereinfacht dargestellt, weil natürlich auch noch die Blende und der ISO-Wert eine entscheidende Rolle spielen. Am Ende des Artikels findest Du einen Tipp zum weiterlesen, falls Du mehr darüber erfahren möchtest und nicht auf einen meiner nächsten Artikel warten möchtest.

Für dieses Fälle brauchst Du in jedem Fall ein Stativ

 

  • Bewegungen verwischen

Wenn Du Bewegungen im Bild verwischt darstellen möchtest, wie ich in dem Beispielbild, kannst Du das über eine verlängerte Belichtungszeit tun. Die Kamera sammelt also über einen längeren Zeitraum Licht ein, was dazu führt, dass Bewegungen im Bild unscharf werden. Belichtest Du lange genug, verwischt alles zu einem Einheitsbrei. Besonders schön ist dieser Effekt bei Wasser. Toll ist es auch Wolken mittels langer Belichtungszeit verwischen zu lassen.

 

  • Wenig Licht vorhanden

Wenn es draußen dunkel wird oder sogar schon Nacht ist, ist logischerweise wenig Licht vorhanden. Damit muss das wenige Licht länger auf den Sensor fallen, um ein korrekt belichtetes Bild zu bekommen. Leider kann man ab bestimmten Belichtungszeiten die Kamera nicht mehr so ruhig halten, dass das Bild scharf bleibt. Und ein Bild, bei dem das wesentliche Motiv unscharf ist, ist in 99,99 % aller Fälle ein schlechtes Bild. Als Richtwert kannst Du Dir merken, dass Du die umgekehrte Belichtungszeit der Brennweite, die Du aufgelegt hast, nicht mehr ohne Stativ fotografieren kannst. Hat Dein Obhektiv also eine Brennweite von 80 Millimeter, solltest Du bei Belichtungszeiten von länger als 1/80 Sekunden ein Stativ benutzen. Es sei denn, Du bist Chuck Norris. Der kann auch Belichtungszeiten von 30 Sekunden locker aus der Hand fotografieren, ohne zu verwackeln.

  • Wenn Du fotografieren willst – und nicht knipsen

Ich gebe zu, das ist etwas provokativ. Im Grunde aber stimmt das schon. Das Fotografieren mit einem Stativ zwingt Dich langsam zu arbeiten und Dir Gedanken über das Bild zu machen. Vom erkennen eines Motivs bis zum fertigen Bild dauert es Minuten. Diese Zeit, Du wirst sehen, wirst Du nutzen um das fertige Bild bereits in Deinem Kopf entstehen zu lassen. Das Bild wird besser, weil Du es bewusster machst. Probiere es aus!

  • Wenn Du auffallen willst

Die meisten Fotografen, auch gerne amibitionierte Vertreter unserer Gattung, sind zu faul ein Stativ aufzubauen. Es ist wirklich Faulheit! Sie wollen es nicht mitschleppen, sie sparen sich die Zeit, die dafür nötig ist und sie haben schon noch weniger Lust es wieder zu verstauen und 10 Meter weiter wieder aufzubauen. Mit einem Stativ am vollen Strand fällst Du auf. Und weißt Du was? Du outest Dich direkt als Fotograf, der verstanden hat, worum es in der Fotografie geht. Außerdem knüpfst Du Kontakte, weil Du angesprochen wirst. Garantiert! 

Du siehst, ein Stativ hilft Dir in vielen Situationen. In einigen ist es unverzichtbar. Es gibt ganz unterschiedliche Arten des Stativs. Manche sind so leicht, dass Du sie mühelos mitnehmen kannst. Meistens werden diese Stative 

„Reisestative“ genannt. Allerdings macht man hier Abstriche, was die Stabilität angeht. Ein guter Kompromiss sind da für mich Carbon-Stative, wie z.B. das Rollei C6I. Mit 150 € ist es aber auch nicht gerade günstig. (Guckst Du hier: Amazon – Rollei C6I) Wer – wie ich – auf kompromisslose Stabilität setzt, ist mit schweren Vertretern seiner Gattung besser aufgehoben. Von vielen bekannten Herstellern gibt es da tolle Alternativen. Ich nutze gerne das Manfrotto MK055XPRO3 (was ein Name). Ich gebe gerne zu, dass ich bei Bergtouren und langen Spaziergängen auch auf die leichteren Alternativen zurückgreife. Spätestens aber, wenn der Wind zunimmt oder ich mich mit meinem Stativ in sich bewegende Gewässer stelle, brauche ich das stabilere Stativ.

Zum Abschluss noch ein Tipp

Es ist verührerisch sein erstes Stativ im Angebot bei bekannten Elektromärkten zu kaufen. Hier gibts es schon Geräte für 30 Euro zu erwerben. Lass die Finger davon! Die Teile taugen nicht viel und gehen oft nach kurzer Zeit kaputt, weil sie komplett aus Plastik bestehen. Spare lieber etwas länger und schau Dich nach einem Aluminiumstativ um. Das ist schwerer und teurer, aber dafür hast Du garantiert mehr und länger Spaß damit!

Schön, dass Du hier bist!

Weiterlesen

Eine schöne Erläuterung zu „Belcihtungszeit, Blende und ISO-Werten“ findest Du in Tinos Fotoblog:

https://tinos-fotoblog.de/fotografieren-lernen/iso-blende-belichtungszeit/

Willst Du mehr über mich erfahren, findest Du hier meine Fotobiografie:

https://svenbunk-fotografie.de/fotobiografie

https://svenbunk-fotografie.de/fotobiografie-teil-ii

https://svenbunk-fotografie.de/fotobiografie-teil-iii

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